KAIFU NORDLAND eG

Tradition und Moderne

„Aus der Not eine Tugend machen“ muss der Leitsatz der Gründerväter unserer Genossenschaft gewesen sein. In Zeiten, die von tiefgreifenden gesellschaftspolitischen Veränderungen gekennzeichnet waren und in denen Wohnungsmangel herrschte, wurde die „Baugenossenschaft innerhalb des Mietervereins von Groß-Hamburg von 1890 eGmbH“ gegründet und am 26. März 1921 ins Genossenschaftsregister eingetragen. 

Weiterführende Informationen:

Mit dem Ziel, preiswerte Wohnungen für die Mitglieder der Genossenschaft zu errichten, wurde im selben Jahr mit dem Bau der Häuser am Kaiser-Friedrich-Ufer, Heymannstraße, Hohe Weide und Bossdorfstraße begonnen. Diese, im Bezirk Eimsbüttel belegene Wohnanlage, gilt bis heute als Urzelle unserer Genossenschaft. Der Straßenname bildet auch die Grundlage für den späteren Firmennamen „Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft Kaiser-Friedrich-Ufer eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht, Hamburg“. Bereits zu jener Zeit war der Begriff „KAIFU“ allen Eimsbütteler Bürgern ein Begriff. So verwundert es nicht, dass dieser Begriff einmal Teil des Firmennamens werden würde. Im Zuge der Fusion mit der Baugenossenschaft „NORDLAND eG“ im Jahre 1970 ist die heutige Wohnungsbaugenossenschaft KAIFU-NORDLAND eG geworden. 

Ende des Zweiten Weltkriegs:

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges war der Bestand der Wohnungsbaugenossenschaft KAIFU-NORDLAND eG zu einem Fünftel zerstört und auf rund 200 Wohnungen reduziert. Die Genossenschaft nahm ihre Geschäftstätigkeit jedoch sofort wieder auf, sodass bereits im Jahre 1948 neue Wohnungen wieder auf- bzw. neugebaut wurden. In den Zeiten des Wiederaufbaus hat die Genossenschaft ihre ganze Kraft in die Errichtung von Wohnungen gesteckt, sodass die Genossenschaft in den 15 Jahren nach Kriegsende rund 2.400 Wohnungen errichtet hatte und der Wohnungsbestand auf insgesamt 2.700 Wohnungen anwuchs.

Beginn des Deutschen Wirtschaftswunders:

Mit Beginn des Deutschen Wirtschaftswunders in den 60er Jahren zeichnete sich in der Stadtentwicklungspolitik eine neue Entwicklung ab. Auch die Ansprüche an neue Wohnungen wuchsen. Die Wohnflächen erhöhten sich und neben der Schaffung von Wohnungen rückte auch das Wohnumfeld in die Betrachtung bei der Bauplanung. Das Wohnen im Grünen, aber doch citynah, kennzeichnet insoweit die Wohnanlagen, die in dieser Zeit errichtet wurden. Die neuentstandene Wohnungsbaugenossenschaft KAIFU-NORDLAND eG bewirtschaftete Ende 1970 4.198 Wohnungen. 

Bautätigkeit in den 70er und 80er Jahren:

Die Bautätigkeit in den 70er und 80er Jahren ist mit der Schaffung von Wohnraum der ersten fünfzig Jahre seit Gründung unserer Genossenschaft nicht vergleichbar, zumal die Neubautätigkeit in den folgenden Jahrzehnten sehr stark vom Wandel der gesellschaftlichen und konjunkturpolitischen Aspekte geprägt war. So wurde in diesen Jahren verstärkt der Neubau von Wohnungen für Familien gefördert. Diese Wohnungen wurden ausschließlich im Rahmen des öffentlich geförderten sozialen Wohnungsbaus errichtet, sodass die Mieten für 4- bis 5-Zimmerwohnungen für Familien auch bezahlbar waren. Die Genossenschaft hat sich deshalb auch an der durch die Stadt Hamburg entwickelten und geförderten Neubausiedlung im Südosten Hamburgs, in Neu-Allermöhe, engagiert und hat dort insgesamt 141 öffentlich geförderte Wohnungen errichtet. 

Die 90er Jahre:

Mit Beginn der 90er Jahre hatte die Genossenschaft mit der Errichtung der Wohnanlage in Hamburg-Langenhorn, Wakendorfer Weg/Götzberger Weg, Neuland betreten. Denn zuvor standen dort Gebäude, die kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges gebaut wurden und sowohl von der Bausubstanz, der Ausstattung und hinsichtlich der Wohnungsgröße nicht mehr zeitgemäß waren, sodass sich die Genossenschaft entschieden hatte, die Gebäude zurückzubauen und an gleicher Stelle 141 öffentlich geförderte Wohnungen zu errichten. Es sind Wohnungen mit moderner und zeitgemäßer Ausstattung, insbesondere für Familien geeignet, entstanden. Die dabei entstandene Gesamtwohnfläche hatte sich nahezu verdoppelt. 

Das neue Jahrtausend:

Zu Beginn des neuen Jahrtausends suchten die Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften nach anderen Wegen der Finanzierung für die Errichtung von Wohnungen, da, bedingt durch die Haushaltslage von Bund und Ländern, Neubauprojekte nur noch vereinzelt mit öffentlichen Mitteln gefördert wurden. Bereits im Jahr 2000 wurde die Wohnanlage an der Paulinenallee mit 15 Wohnungen im Rahmen des s.g. „Hamburger Genossenschaftsmodells“ errichtet.

Weil in der Stadt Hamburg immer weniger Flächen für den Wohnungsbau zur Verfügung stehen, hat die Genossenschaft 2008 im Rahmen einer Verdichtungsmaßnahme drei Stadthäuser mit 20 Wohnungen im Hamburger „Generalsviertel“ in Hamburg-Eimsbüttel auf eigenem Grundstücksbestand im Innenhof errichtet. 

Heute hat die Genossenschaft einen Wohnungsbestand von rund 5.000 Wohnungen. Die in den neunzig Jahren seit Gründung unserer Genossenschaft entstandenen Wohnungen spiegeln den Zeitgeist und die Anforderungen an Wohnraum der verschiedenen Jahrzehnte wider. Auf der Grundlage dieses breitgefächerten Wohnungsangebotes für die unterschiedlichsten Bedürfnisse sind wir den kommenden Anforderungen an den Wohnungsmarkt gut gerüstet. Eine große Anzahl unserer Mitglieder wohnt einen sehr langen Zeitraum in einer Wohnung, sodass wir nicht ganz ohne Stolz sagen können, dass unsere Wohnanlagen vom genossenschaftlichen Zusammenleben geprägt sind.